Wildlebensraumberatung
Schüler widmen sich dem Projekt Streuobstwiese

Schild mit der Aufschrift: Hier werden Streuobstbäume erhalten.

Schüler der Landwirtschaftsschule Straubing und der Umweltschule Straßkirchen schaffen gemeinsam wertvollen Lebensraum.

Initiiert durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Deggendorf-Straubing haben am 10. November 2025 achtzehn Schüler der Landwirtschaftsschule Straubing zusammen mit Schülern der Umweltschule Straßkirchen in Irlbach eine Streuobstwiese angelegt. Die angehenden Landwirtschaftsmeister und die Jugendlichen der sechsten Klasse waren sich einig, dass hier etwas Wertvolles für die Natur getan wird, und sehen derartige Maßnahmen als notwendigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt an.

Niederbayern TV war bei der Pflanzaktion dabei und hat gefilmt. Daraus ist ein Bericht von Erich Krieg entstanden.

Gemeinsam wird eine Obstbaummischung gepflanzt
Nach anfänglicher Unsicherheit war nach der gemeinsamen Pflanzung des ersten Baumes sofort die Motivation sämtlicher Beteiligten spürbar. Alle packten nun kräftig mit an, um das von der Baumschule Köppl-Bartl aus Viechtach gelieferte Material in die Erde zu bringen.
Gemeinsam wurde die Obstbaummischung aus Kirsch,- Apfel,- Birnen,- und Quittenbäumen fachgerecht auf einer von der Familie Finkl zur Verfügung gestellten Fläche gepflanzt.
Die Pflanzen müssen geschützt werden
Jeder Baum bekam nach dem Ausheben des Pflanzlochs einen sogenannten Wühlmauskorb aus Hasendraht zum Schutz vor Wühlmäusen, die das Wurzelwerk schädigen können. Danach wurden die frisch gepflanzten Bäume mit jeweils zwei Pfählen vor dem Umfallen und Witterungseinflüssen wie Wind gesichert. Dazu wurden die Bäume an den eingeschlagenen Pfählen fachgerecht festgebunden. Die Stämme der Bäume erhielten zum Schluss einen Einzelschutz zum Schutz vor Wildtieren wie Hase und Reh.
Fachgerecht angeleitet wurden die Schüler durch Max Dendl, Lehrkraft an der Fachschule für Landwirtschaft am AELF Straubing im Fach Naturschutz und Landespflege sowie dem Lehrer der Umweltschule Straßkirchen Maximilian Amor, sowie Hans Laumer und Veronika Wieser vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Familie Finkl stellte nach getaner Arbeit allen eine großzügige Brotzeit und Getränke zur Verfügung.
Kleinbiotope - Zufluchtsort für Reptilien, Insekten, Igel und Co.
Anschließend wurden zur weiteren Aufwertung des so entstandenen Lebensraumes weitere Kleinbiotope angelegt. So entstand unter Beteiligung aller Schüler ein Steinhaufen für Reptilien, mehrere Totholzstapel als Insektenlebensraum wurden aufgestapelt und zum Schluss wurden Asthaufen etabliert, die Igel und Co. speziell im Winter einen Zufluchtsort bieten. Der zukünftig extensiv genutzte Grasbestand stellt eine weitere Aufwertung des entstandenen Biotops dar.
Streuobstwiesen sind in Mitteleuropa ein wichtiger Lebensraum und dienen der Artenvielfalt. Durch die Kombination von Obstbäumen, Gras und Kleinbiotopen schaffen sie eine einzigartige Umgebung, die viele Arten von Pflanzen und Tieren beherbergt.
Streuobstwiesen - vielfältige Nutzung als Obstlieferant
Die Streuobstwiesen sind auch für die Landwirtschaft von Bedeutung, da sie eine vielfältige Nutzung als Obstlieferant, für Spirituosen, Marmelade und Ähnliches erlauben. Die Streuobstwiesen sind ein wichtiger Teil der Lebensraumvielfalt in Mitteleuropa und sollten daher geschützt und gefördert werden.
Förderprogramm "Streuobst für alle"
Gefördert werden die Streuobstbäume durch das Programm "Streuobst für alle" durch das Amt für ländliche Entwicklung beziehungsweise das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm.
Organisiert wurde die Aktion von Wildlebensraumberater Hans Laumer, der sich am AELF Deggendorf-Straubing für die Landkreise Deggendorf und Straubing für die Etablierung von Lebensräumen für Wild, Insekten und Vögel in der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft verantwortlich zeichnet.

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