19 Staatliche geprüfte Wirtschafter für Landbau feiern Schulschluss
Zoombild vorhanden
© Dr. Anita Lehner-Hilmer
Ein „durchaus herausfordernder“ Jahrgang, wie es mehrfach hieß, beendete mit der Schulschlussfeier im Landgasthaus Reisinger in Sossau die drei Semester an der staatlichen Landwirtschaftsschule Straubing. Außer Angehörigen und Freunden war regionale Politikprominenz zahlreich vertreten. Als Beste schlossen ab: Jonas Homeister aus Hengersberg und Martin Kerscher aus Reith, jeweils mit einem Notenschnitt von 1,37, und Fabian Ammer aus Moosthenning (1,87).
Absolventen kommen aus acht Landkreisen
Die 19 frisch gekürten Staatlich geprüften Wirtschafter für Landbau – darunter drei Frauen – waren aus acht Landkreisen und den Bundesländern Bayern und Sachsen-Anhalt in die Straubinger Schule gekommen. Fachliches Wissen sei wichtig, sagte Schulleiterin Mechthild Schmidhuber, aber die Haltung, mit der sich der Einzelne seinen Aufgaben stelle, mache oft den Unterschied. „Zielstrebigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Respekt gegenüber Mitstudierenden oder Berufskollegen sowie die Bereitschaft sich reinzuhängen, auch wenn es einem in dem einen oder anderen Fach nicht so leichtfällt, sind der Schlüssel zum Erfolg.“
Bildung als wichtigster Rohstoff
Bei aller Spekulation über die Zukunft der Landwirtschaft sei „die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, sie zu gestalten“. Einer der wichtigsten Rohstoffe sei Bildung, aus dem sich Innovationskraft und Produktivität entwickelten. „Bleiben Sie auch in Zukunft bereit, Neues zu lernen und offen für konstruktive Kritik.“ Etliche würden ihren Bildungsweg weitergehen, in dem sie den Meistertitel anstrebten oder die Höhere Landbauschule in Rottalmünster besuchen würden.
Bezirksbäuerin, Oberbürgermeister und Landrat stellen sich Fragen
Auf Lehrfächer, Exkursionen und Aktionen blickten die Semestersprecher Julia Zauner und Martin Kerscher zurück. Kleine Videos stellten die jungen Leute und ihre Betriebe vor. Im moderierten Grußwort beantworteten Bezirksbäuerin Claudia Erndl, Landrat Josef Laumer und Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr Fragen zur Landwirtschaft. Pannermayr sprach von einer „unglaublich hohen Erwartungshaltung der Gesellschaft“. Die Gemengelage von Klimawandel, Transparenz, Tierwohl und Bürokratie sorge für erheblichen Druck auf Landwirtsfamilien. Das müsse man anerkennen, dem Respekt zollen und miteinander reden.
Auch schwierige Zeiten bieten Zukunftschancen
Mögliche Zukunftsfelder für junge Landwirte zeichnete Erndl in präziserer Technologie beispielsweise durch autonome Schlepper oder noch exaktere Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, was auch wirtschaftliche Einsparungen bedeute. Manche Betriebe würden in der Diversifizierung, in Dienstleistungen, in der sozialen Landwirtschaft ihre Aufgabe finden. „Aber dabei dürfen wir nicht vergessen: Auch unser Tag hat nur 24 Stunden“.
Dank für stetiges Interesse und Unterstützung
Landrat Laumer, der durch seine häufige Anwesenheit bei schulischen Veranstaltungen stets sein Interesse und seine Wertschätzung für die Landwirtschaft und die Schule gezeigt hat, erlebte die letzte Schulschlussfeier als aktiver Landrat. Als Dank für seinen Einsatz überreichten ihm Schulleiterin Schmidhuber und Behördenleiter Josef Groß Geschenke: Honig und Imkerlektüre als Inspiration für ein neues Ruhestandhobby und ein sanftes Ruhekissen, das in der Hauswirtschaftsschule für ihn genäht worden war.
Lösungen suchen statt jammern
Schulleiter Groß wünschte dem Berufsnachwuchs, dass er sich die Leidenschaft für den Beruf bewahren und nach Lösungen suchen möge, statt denen zu folgen, die nur klagen und jammern. „Und bauen Sie sich ein Netzwerk auf, auch ein soziales.“
Alle Absolventen des 1. Semesters erhielten ihre Zeugnisse über diesen erfolgreich absolvierten Abschnitt. Moritz Hilmer (r. im Bild) und Vincent Sußbauer teilten sich mit einem Schnitt von 1,32 Platz 1, gefolgt von Veronica Fuchs mit 1,5.




