Cedrus libani und Cedrus atlantica
Die Zedern – die Antiken

kleine Libanonzeder im GartenZoombild vorhanden

Libanonzeder
Foto: Tobias Hase/StMELF

Zum vorzustellenden Nadelholzblock sind die fremdländischen Zedernarten noch erwähnenswert, wenngleich diese Baumarten bei uns erst ganz, ganz vereinzelt angepflanzt werden. Beide Arten sind bereits seit der Antike bekannt. Die alten Ägypter nutzen das unglaublich harte und zähe Zedernholz unter anderem für den Schiffsbau.

Für unsere Gegend könnte vor allem die Atlaszeder eine Alternativbaumart für unsere heimischen Nadelhölzer werden.

Die beiden Zedernarten, Libanon- und Atlaszeder können auch zu mächtigen Bäumen heranwachsen und Höhen von über 35 m erreichen. Die Zedern werden natürlich leicht einige 100 Jahre alt. Typisch sind die fast walzenförmigen Holzstämme. Von den Lichtansprüchen unterscheiden sich beide Arten, während die Libanonzeder eine ausgesprochene Lichtbaumart ist mit hohen Ansprüchen, ist die Atlaszeder auch mit Halblicht zufrieden. Die hohe Unempfindlichkeit gegenüber von Sommertrocknis und die doch gute Resistenz gegenüber kalten Wintertemperaturen zeichnen beide Arten aus.

Anbauempfehlungen gehen in Richtung Atlaszeder

Baumnadeln in Büscheln an einem ZweigZoombild vorhanden

Zweig der Libanonzeder
Foto: Tobias Hase/StMELF

Die Nadeln der Zedern sind dunkelgrün bis blaugrün und rund bis zu zwei Zentimeter lang. Sie stehen meist in Büscheln an den kurzen Seitenzweigen, fast ähnlich wie die der Lärchen, nur dass sie eben nicht im Herbst abfallen, sondern dauergrün sind. Die Zapfen sind aufrecht stehend, fast ei- oder tonnenförmig und knapp unter 10 cm lang.
Ob die Zedern vom Wild gerne gefressen werden, ist nicht hinreichend bekannt, da die Baumarten einfach noch so selten sind. Es ist aber anzunehmen, dass Rehwild auch diese Knospen und Nadeln gerne mag. Allgemein kann die Widerstandsfähigkeit der Atlaszeder gegen abiotische und biotische Schäden als hoch eingestuft werden, dennoch gibt es Schmetterlinge, Käfer und andere Pilze, die beide Arten befallen können.
Die Bodenverhältnisse für die beiden Arten sind leicht unterschiedlich. Während die Atlaszeder eher unsere kalkfreien, aber nährstoffreichen Böden mag, bevorzugt die Libanonzeder eher kalkige Böden, sodass die Anbauempfehlungen eher Richtung Atlaszeder gehen. Das Wurzelsystem ist eher ein tiefgehendes Herzwurzelprinzip, womit sich beide Zedernarten sehr gut verankern können.

Anteil an ätherischen Ölen im Holz ist hoch

einige aufrechtstehende braune Zapfen an einem ZweigZoombild vorhanden

Zedernzapfen
Foto: Klaus Stögbauer

Das Holz ist sehr hochwertig, dauerhaft (ähnlich dem von Teak vergleichbar) und angenehm duftend, weshalb es auch gerne als Möbel- oder Furnierholz verwendet wird. Es hat einen hohen Anteil von gelb bis rötlichem Kernholz. Beide haben einen hohen Anteil an ätherischen Ölen im Holz, die zur Parfumherstellung und auch für die Wundheilung verwendet werden. Die alten Ägypter haben sie zur Balsamierung Ihrer Leichen verwendet.
Beide Arten wurden in früheren Zeiten stark übernutzt in Ihren ursprünglichen Herkunftsgebieten. Deshalb sind die Zedern bei uns eher selten und daher auch begehrt.
Die natürliche Herkünfte der Atlaszeder sind zersplittert und beschränken sich auf die nordafrikanischen Bergregionen Marokkos und Algeriens und Teilen Frankreichs. Die Libanonzeder kommt natürlich häufiger vor, in der Türkei, dem Libanon (Name!) und Syrien. Die Zedern sind keine invasiven Baumarten und eignen sich gut als Mischbaumarten in dem Wald der Zukunft. Für Libanonzedern empfehlen wir unseren Waldbauern Herkünfte aus der Türkei, für Atlaszedern aus Frankreich.

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