Sommerschultag bei einem Vorzeigeunternehmer
BiLa-Kurs besucht Obsthof Dorfmeister

Vor Reihen mit Apfelbäumen stehen drei Männer.Zoombild vorhanden

© Christine Schmid

Eine beispielhafte Unternehmens- und Unternehmergeschichte hörten die Teilnehmer des BiLa-Kurses bei ihrem Besuch im Juni 2026 auf dem "Obsthof Dorfmeister". Katharina Schindlbeck, am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Deggendorf-Straubing für BiLa zuständig, hatte den Besuch bei Betriebsleiter Daniel Dorfmeister organisiert. Der träumte schon in jungen Jahren davon, im Landkreis Deggendorf Äpfel anzubauen - und verwirklichte diesen Traum.

Mit Ceres-Award ausgezeichnet
Dorfmeister, gelernter Landmaschinenmechaniker, hatte einst selbst das Bildungsprogramm Landwirt absolviert. Im vergangenen Jahr gewann der jetzt 29-Jährige den Ceres-Award in der Kategorie Junglandwirt. Schon als Jugendlicher hatte er die Idee vom Apfelanbau und startete einen Versuch mit 30 Bäumen. Seine Eltern ließen ihn machen und standen wenige Jahre später für den ersten Kredit grade. Schließlich gab Daniel Dorfmeister seine Festanstellung auf, übernahm den elterlichen, landwirtschaftlichen Betrieb und schuf daraus den "Obsthof Dorfmeister".
Heute sind es 13.500 Obstbäume
Aus den anfänglich 2400 Apfelbäumen sind heute 13.500, inklusive Birnen und Kirschen geworden. Die Familie vermarktet sechs, sieben Monate des Jahres direkt an Märkte von Rewe, Edeka und Globus zwischen Regensburg und Passau, an ein gutes Dutzend Hofläden und ab Hof. Im Jahr 2025 waren dies geschätzte 750.000 Äpfel. Zwölf Apfel- und drei Birnensorten werden angebaut.
Eigene Bienen sichern Bestäubung
Außerdem gibt es Heidelbeeren, Honig von den eigenen Bienen, die die Bestäubung der Obstbäume sichern, sowie Eier von 500 Legehennen im mobilen Stall. An weiteren Ideen für die Zukunft mangelt es nicht. Dabei spielen unter anderem ein Masthähnchenstall und der Ausbau des Erholungsbereichs eine Rolle. Ein Maislabyrinth gibt es schon jetzt.
Keine Apfelsorte ohne spezifischen Anspruch
Jede Apfelsorte hat ihre Eigenheiten – schon während Blüte und Wachstum – und fordert spezifische Luftfeuchtigkeit und Temperatur bei der Lagerung – unendliche Herausforderungen für einen Unternehmer, der beste regionale Qualität liefern will.
Learning by doing
Daniel Dorfmeister teilte offen seine Erfahrungen, die anfangs gleich null gewesen seien. Er erklärte die Pflanztechnik, Wuchshöhen, Bewässerung, das Ausdünnen der Blüten, das Spritzen, das Netz zum Schutz gegen Hagel, den geplanten Frostschutz, die Sortierung, Verpackung und das Marketing, die vorhandenen Maschinen, die Fremdarbeitskräfte. Genauso sprach er von den vielen Arbeitsstunden, Tagen voller eintöniger Arbeit, den Versuchen, Abläufe zu optimieren und den harten Verhandlungen mit Einkäufern des Lebensmitteleinzelhandels.
Mut zum Risiko
Die BiLa-Besucher hörten aufmerksam zu, stellten Fragen unter anderem nach dem unternehmerischen Mut des jungen Landwirts. Er, der sich nach eigenen Worten immer für Marketing interessiert hat, handelte nach der Prämisse: „Lieber riskiere ich etwas, als mich irgendwann zu ärgern, dass ich es nicht probiert habe. Ich mach' es halt so, dass es für mich passt. Mir macht es Spaß.“ Und das sieht man ihm auch an.

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