Direktsaat bietet wassersparende Vorteile

Ackerfläche, darauf viele Leute, im Hintergrund Pavillons und landwirtschaftliche Maschinen.Zoombild vorhanden

© Wenninger/AELF

Das Jahr 2026 zeichnet sich mit äußerst geringen Niederschlägen und insgesamt vier außerordentlichen Hitzeperioden als eines der bisher schwierigsten landwirtschaftlichen Jahre ab. Die Erträge zeigen sich von ernüchternd bis oft zum Totalausfall in Bayern. Die Kosten für Betriebsmittel wie z. B. Kraftstoff, Düngemittel usw. sind dagegen seit den Corona-Jahren und den globalen Auseinandersetzungen stark angestiegen.

Die Umstellung auf Direktsaat kann für landwirtschaftliche Betriebe eine mögliche Alternative zur Kosteneinsparung und zur wassersparenden Bewirtschaftung darstellen.

Um einen besseren Einblick in das Verfahren zu erhalten, luden die Ämter Landau-Pfarrkirchen und Deggendorf-Straubing in Kooperation mit dem Maschinenring und verschieden Landmaschinenherstellern heuer zu zwei Direktsaat-Feldtagen mit Mais- und Zwischenfruchtanbau ein. Ein Großteil an Direktsägeräten wurde von Landwirten bereitgestellt, die bereits selbst auf ihrem Betrieb diese Technik einsetzen.

Auf dem Betrieb Franz Lammer wurde der Mais am 24. April 2026 mit verschieden Sägeräten direkt in das gegrubberte Stoppelfeld vom Vorjahr eingesät. Auf dem Betrieb Martin Kerscher in Sallach erfolgte die Zwischenfruchtsaat am 4. August 2026 in das unbearbeitete Stoppelfeld.

Schützende Schicht am Boden

Auf den Feldtagen wurde das Verfahren zur Direktsaat erläutert. Im Gegensatz zur herkömmlichen Bodenbearbeitung wird der Boden vor der Aussaat nicht gepflügt oder großflächig gelockert. Die Erntereste bleiben von der vorherigen Kultur möglichst auf dem Feld liegen und bilden eine schützende Schicht auf der Bodenoberfläche. Vor der Aussaat muss vorhandenes Unkraut kontrolliert werden. Die beteiligten Hersteller und Landwirte präsentierten ihre Maschinen im praktischen Einsatz auf der Demonstrationsfläche. Das Saatgut wird in einem schmalen Schlitzen direkt in den Boden eingebracht.

"Hairpinning" vermeiden

Die Saatmaschine öffnet dabei nur eine kleine Furche, legt das Saatgut ab und bedeckt es wieder mit Erde. Wichtig dabei ist, dass auch bei nassen Witterungsbedingungen der Saatschlitz wieder geschlossen wird und das Saatgut mit Erde bedeckt ist. Ebenfalls sollte auch das sogenannte „Hairpinning“ vermieden werden. Es bezeichnet in der Direktsaat das Drücken von Strohresten oder organischem Material in die Saatfurche, sodass das Saatkorn in einem „Stroh‑Mantel“ liegt. Das Saatgut hat dadurch keinen Bodenschluss und kann bei trockenen Witterungsbedingen schlecht keimen.

Halbierung von Arbeits- und Zeitaufwand

Personen stehen auf einem FeldZoombild vorhanden

© Wenninger/AELF

Ein großer Vorteil des Systems Direktsaat ist die Halbierung des Arbeits- und Zeitaufwands. Ebenfalls kann der Kraftstoffverbrauch um ca. 50 % reduziert werden. Außerdem schützt die Pflanzendecke den Boden vor Wind- und Wassererosion. Die Erntereste können zusätzlich dazu beitragen, dass mehr Wasser im Boden gespeichert wird. Auch das Bodenleben wird durch die geringere Bodenbearbeitung gefördert.

Herausforderungen bei der Direktsaat

Allerdings hat die Direktsaat auch Nachteile. Die Unkrautbekämpfung kann sehr herausfordernd sein. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist deutlich komplexer. Besonderes Augenmerk muss auf die Kontrolle von Schädlingen wie z.B. Schnecken und Mäusen gelegt werden. In kalten und nassen Frühjahren erwärmt sich unbearbeiteter Boden langsamer und trocknet schlechter ab. Die Aussaat und die Entwicklung der Pflanzen verzögert sich dadurch. Auch die vielen Erntereste auf der Bodenoberfläche können die Aussaat erschweren. Besonders bei der Umstellung auf Direktsaat kann es in den ersten Jahren zu Ertragsschwankungen kommen.

Auf lange Frist betrachten

Direktsaat muss deshalb als langfristige Angelegenheit angesehen werden. Positive Effekte wie z.B. weniger Unkrautdruck stellen sich erst nach Jahren ein. Zu beachten ist außerdem, dass keine engen Fruchtfolgen im Betrieb gefahren werden, da sonst das System an seine Grenzen stößt.

Erfahrung, Technik und Planung

Zusammenfassend ist die Direktsaat ein bodenschonendes und arbeitssparendes Anbauverfahren. Sie kann besonders bei geeigneten Böden und einer guten Unkrautkontrolle viele Vorteile bieten. Allerdings erfordert sie Erfahrung, passende Technik und eine sorgfältige Planung. Deshalb sollte jeder Betrieb prüfen, ob Direktsaat für seine Böden und Kulturen geeignet ist.
Traktor mit landwirtschaftlichem Gerät auf Feld.

Feldtag in Wollöd.

Traktor mit landwirtschaftlichem Gerät auf Feld.

Feldtag in Wollöd.

Zahlreiche Personen auf Acker, links Pkw's, rechts Pavillons, Beachflags und Traktoren.

Feldtag in Wollöd.

Bearbeiteter Ackerboden.

Feldtag in Sallach.

Landwirtschaftliches Gerät bearbeitet Ackerboden.

Feldtag in Sallach.

Traktor mit landwirtschaftlichem Gerät auf Feld.

Feldtag in Sallach.

Landwirtschaftliches Gerät beim Einsatz auf Acker.

Feldtag in Sallach.

Besucher begutachten landwirtschaftliches Gerät an Traktor.

Feldtag in Sallach.

Besucher begutachten landwirtschaftliches Gerät an Traktor.

Feldtag in Sallach.