Gemeinsam für mehr Boden- und Gewässerschutz
boden:ständig-Preis für Kartoffelanbau im Mulchsaatverfahren

PreisträgerZoombild vorhanden

Preisverleihung

Wie lassen sich in Zeiten des Klimawandels Boden und Gewässer schützen? Dieser Herausforderung stellen sich Praktiker aus der Landwirtschaft und der Verwaltung gemeinsam unter dem Titel boden:ständig. Zu den fünf Anfang November 2022 im Landwirtschaftsministerium prämierten Projektgruppen gehören die Kartoffelmulchsaat-Entwickler in den Landkreisen Regensburg und Straubing-Bogen.

Landwirt Ludwig Lichtinger aus Petzkofen (Gemeinde Aufhausen, Lks. Regensburg), Martina Prielmeier, boden:ständig-Koordinatorin beim Landschaftspflegeverband Regensburg, Stephan Obermaier, Wasserbauberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Deggendorf-Straubing und Ludwig Pernpaintner, Pflanzenbaufachberater am AELF Regensburg-Schwandorf wurden in München mit dem boden:ständig-Preis ausgezeichnet. Gemeinsam haben sie eine praxisnahe Lösung entwickelt, wie im Kartoffelanbau durch Mulchsaat Erosionsschäden eingedämmt werden können.

Der Hintergrund
Kartoffeln unterliegen nicht dem Erosionskataster, das ein Bestandteil der Direktzahlungsverordnung der Gemeinsamen Agrarpolitik ist. In Folge des Klimawandels treten in der Region Niederschläge von 40 bis 50 l/m² und darüber auf, was zu Erosionsschäden im Kartoffelanbau führt. Um dem entgegenzuwirken, testeten die Beteiligten eine Mulchsaat mit eigens entwickelten Saatgutmischungen. Unter den verschiedenen Möglichkeiten entschieden sie sich für Herbstdämmung und Begrünung. Diese ist mit der vorhandenen Technik umzusetzen, sofern diese leicht angepasst wird. Teure Spezialgeräte braucht es nicht.
Engagement und Unternehmertum mit Vorbildcharakter
"Der Preis zeichnet Vorbilder und Mutmacher aus, die durch ihr Engagement und ihr Unternehmertum den Boden- und Gewässerschutz in ihrer Region vorangebracht haben und damit beispielgebend sind", so Landwirtschaftsministerin Kaniber. In ihrer Vertretung hat den mit je 2.000 Euro dotierten Preis am Montag Ministerialdirigent Leonhard Rill in München überreicht. Ausgezeichnet wurden das boden:ständig-Verfahren Pelhamer See (Lkr. Rosenheim), die Kartoffelmulchsaat-Entwickler in den Landkreisen Regensburg und Straubing-Bogen, die Integrierte Ländliche Entwicklung Kahlgrund-Spessart (Lkr. Aschaffenburg), die Arbeitsgruppe boden:ständig der Teilnehmergemeinschaft Mühlhausen (Lkr. Kelheim) und die Akteure des boden:ständig-Projekts Lautertal (Lkr. Coburg).
Mehr als 100 Projektgebiete in Bayern
Insgesamt beteiligen sich an der Initiative boden:ständig bayernweit derzeit Landwirte und Kommunen in mehr als 100 Projektgebieten. Ziel der Initiative ist es, gemeinsam vor Ort nach individuellen Lösungen für Probleme wie lokale Überschwemmungen nach Starkregen, Erosion, Nährstoffeinträge in Seen oder Wassermangel durch extreme Trockenperioden zu finden und zu gestalten. Mit dem heuer zum dritten Mal verliehenen Preis werden besonders innovative Maßnahmen für eine schonende, nachhaltige Bodenbewirtschaftung und die Schaffung rückhaltender Strukturen in der Landschaft anerkannt.

Informationen zum Projekt:

Versuchsreihe
Mulchsaat bei Kartoffeln mit Herbstdammbegrünung

Kartoffelsämaschine mit Kartoffeln an einem Traktor

Durch die Veränderung des Klimas wird der Erosionsschutz auf der Fläche immer wichtiger. Vor allem im Kartoffelanbau nehmen die Probleme zu. Die Mulchsaat bei Kartoffeln mit Herbstdammbegrünung ist eine Möglichkeit, die Erosion zu verringern. Auf einem Betrieb im Landkreis Regensburg zeigen die Wasserberater des AELF Regensburg und Straubing, wie die Mulchsaat bei Kartoffeln erfolgreich umgesetzt werden kann.  Mehr

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